Pack den Tiger an den Ohren

Pack den Tiger an den Ohren

Was machst du, wenn dir wieder einmal ein Problem den Schlaf raubt oder du vor lauter Grübeln an gar nichts anderes mehr denken kannst ? Wenn du dich so in dein Problem verkeilt hast, dass du den Ausweg gar nicht findest ? Mit diesen vier Schritten zeige ich dir einen Weg. Egal, um was es geht, aber Achtung – ich behaupte nicht, es sei einfach.

Was es mit dem Tiger auf sich hat ? Erst mal nur ein Wortspiel. Im Tai Chi wird der Tiger umarmt und umgangssprachlich packen wir den Stier an den Hörnern. Ich finde den Tiger einfach passender als den Stier.

1. Pack ihn an den Ohren

Als erstes schaust du mal genau hin, wer steht da vor dir. Schau dem Tiger tief in die Augen und fühle, was das in dir drin auslöst. Übersetzt heisst das: was ist Fakt und welches sind dein Gefühle dazu ?

Das eine ist die äussere Wahrheit, das andere deine innere Wahrheit. Manchmal sind beide Welten gross und bedrohlich. Manchmal ist es aber auch nur die innere Welt, die gross und bedrohlich scheint. Der vermeintlich riesige Tiger ist vielleicht nur ein harmloser Papiertiger.

Natürlich kann auch die äussere Bedrohung existentiell sein. Denken wir an bedrohliche Krankheiten oder andere Verluste. Aber seien wir ehrlich.

Lieblingsprobleme erkennen

In der Regel beschäftigen wir uns mit unseren Lieblingsproblemen, die uns nicht im tiefsten Sein bedrohen, jedoch fast genau so viel Übel anrichten. Die Sorge um einen lieben Menschen, die Ängste ob das Geld reicht oder die Beklemmung, nicht geliebt zu werden.

2. Anerkenne was ist

Du hast also gründlich untersucht, womit du es zu tun hast. Dann, wichtig, kommt der nächste Schritt. Damit wirst du über die Grübelfalle hinaus kommen und du verhinderst, das Problem noch grösser zu machen, als es ist. Also anerkenne, was da ist. Anerkenne deine Gefühle, auch wenn sie noch so schmerzhaft sind.

Anerkenne auch, was dir gegenüber steht. Sag ja zu dem, was da ist ohne zu bewerten. Klingt das einfach ? Die Kunst darin ist, nicht zu bewerten. Dadurch gibst du der Realität Raum und nimmst ihr aber auch den grössten Stachel.

3. Verändere, was es zu verändern gibt

Erst wenn du wirklich hin geschaut und akzeptiert hast, ist es an der Zeit aktiv zu werden. Verändere das, was dir Erleichterung bringt und was zur Lösung des Problems führt.

Liebevoll verändern

Sei liebevoll mit dir und übernimm die Verantwortung für dein Handeln und Reagieren. In der Regel entstehen daraus angenehme oder unangenehme Konsequenzen, die es schlicht zu tragen gilt.

3. Lass los

Noch fehlt ein Schritt. Loslassen. Du hast hingeschaut, hast wertfrei akzeptiert und getan, was du tun konntest. Jetzt lass los. Wenn du dich damit noch schwer tust, kannst du dich Fragen: was gewinne ich, wenn ich jetzt loslasse ?

Spiel mit einem Hund und du weisst, erst durchs Loslassen des Stöckchens, kann es wieder aufs Neue geworfen werden.

Loslassen:

Etwas niederlegen können,
ohne es als Niederlage
betrachten zu müssen.

Henriette Wilhelmine Hanke

Auf alle Fälle sei zuversichtlich und klopfe dir sanft auf die Schultern, wenn du diese Schritte gegangen bist, unabhängig davon, wie lange du dafür gebraucht hast.

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Weiterer interessanter Lesestoff, damals noch im Sie-Modus

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4 Kommentare zu Pack den Tiger an den Ohren

  1. Liebe Doris, beim Lesen deines Blogs wurde mir bewusst, dass ich sehr gut darin bin, nicht genau hinzusehen, lieber den Kopf in den Sand zu stecken. Abwarten und Tee trinken bis es vorüber geht. Diese 4 Schritte sind mir sehr hilfreich und einleuchtend. Vielen Dank dafür Brigitte

    • Liebe Brigitte, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja wir haben alle unsere starken Seiten. Manchmal kann es auch ganz gut, erst mal abzuwarten und Tee zu trinken. Einiges geht dann auch von ganz alleine vorbei. Wenn es ganz hartnäckig nicht vorbei gehen will, kannst du gern meinen Vorschlag ausprobieren und anwenden. Das freut mich. Herzliche Grüsse Doris

  2. Liebe Doris, ich habe mich gefreut diese Wahrheiten als „den Tiger an den Ohren packen“ hier zu finden. Meine Erfahrung ist, dass wir immer und immer wieder Neues entdecken, wenn wir dem Tiger ganz tief in die Augen schauen und ihn dabei an den Ohren packen, damit er nicht davonläuft. Er versteckt sich nämlich gerne, wenn man ihn von nahe betrachten möchte.
    Ich danke Dir für Deinen Blog und für mich ist es das erste Mal, dass ich einen solchen Blog reagiere. Danke für die Einführung Hildi

    • Liebe Hildi

      Welch wunderbare Ergänzung zum Artikel. Es ist eben schon tricky, das Leben mit uns selber. Vielen Dank, dass du uns dein Wissen hier zur Verfügung stellst. Herzlich Doris

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